Gemeindezentrum Patsch

Partner: IliovaArchitektur
Bauherr: Gemeinde Patsch
Auftrag: Wettbewerb 2015 - 1. Preis
Realisierung: 2016 - 2018
Auszeichnung: Neues Bauen 2020
Ort: Patsch

Die Typologie von Patsch beschreibt eine homogene, dicht durchwachsene Dorfstruktur, eingebettet in steil abfallendes Gelände. Großformatige Häuser mit gemauerten Sockelgeschossen und Satteldächern, welche asymmetrischen Gliederungen folgen prägen das Ortsbild. Die Fassaden erscheinen mit kalkverputzten Oberflächen und tiefen Fensterleibungen. Mit der Zeit dunkelverfärbtes Holz bildet die Ausfachungen bei den Scheunen und ergänzt die Materialität bei den Dachgeschossen. Der Ort folgt der Topografie des Terrains, während die Gebäudezugänge und Gartenanlagen auf zwei verschieden Niveaus liegen.

Ziel des Verfassers ist mit dem Ort in einen Dialog zu treten. Aus dem Rhythmus der räumlichen Gegebenheiten eine neue Dorfmitte zu erschaffen. Angelehnt an Form und Materialität des Bestandes in dessen Maßstab weiterzubauen. Zwei Plätze mit unterschiedlicher außenräumlicher Qualität entstehen. Ein urbaner, befestigter weitläufiger Platz vorgelagert vor die Gemeinde und ein durchgrünter, windgeschützter Platz im Gartengeschoss. Das Gemeindeamt, der Musikpavillon und die Kirche bilden ein neues Ensemble.

Die Gemeinde wird an der Weggabelung am nördlichen Rand des Grundstückes positioniert. Markant und zurückhaltend im Erscheinungsbild signalisiert der Baukörper eine gemeinschaftdienende Nutzung. Räumlich nimmt das Gebäude das Format der bestehenden Bebauung auf und setzt diesen fort. Der bestehende Veranstaltungssaal und das geplante Bauwerk formulieren ein Tor. Die räumliche Erweiterung in der Erdgeschossebene in Form einer Aufweitung leitet die Fußgänger auf den Platz.

Der Platz wird zwischen Kirche und Gemeindehaus gespannt. Räumlich staffelt er sich über drei Niveaus dem natürlichen Gelände folgend und wird seitlich vom Gehweg begleitet. Ein schönes Panorama eröffnet sich zur mächtigen Silhouette der Serles und der Weite des Stubaitals. Sitzmöglichkeiten bieten Platz zum Verweilen und Begegnen.

Der Musikpavillon wird an der Schnittstelle zwischen den Plätzen positioniert – eine gedeckte Loggia in die Ortsmitte, welche als Bühne, als Marktplatz und verschiedenste Veranstaltungen dienen kann. Entlang ihrer südlichen Kante stellt die weiche, grüne Ebene das Verbindungsglied zwischen oberen und unteren Platz dar. Breite Steinstufen schaffen eine direkte Verbindung und erschließen die Vereinsräume und die WC Anlage.

Fotos: Tobias Christoph, Mario Webhofer